Mastektomie in Karlsruhe

Die Mastektomie (Ablatio mammae) bezeichnet die Entfernung der gesamten Brust. Es gibt verschiedene Gründe für diesen operativen Eingriff. Zu den häufigen gehört die Brustentfernung bei Frauen, die an Brustkrebs erkrankt sind und bei denen brusterhaltende Maßnahmen nicht möglich sind. Doch auch unabhängig von einer Erkrankung entscheiden sich Personen dafür, ihre Brust entfernen zu lassen. Insbesondere bei einer geschlechtsangleichenden Behandlung für Transmänner ist die Mastektomie ein bedeutsamer Schritt zu einem neuen Körpergefühl und mehr Lebensfreude sowie Selbstakzeptanz. In der KASG beraten wir Sie eingehend, verständnisvoll und ehrlich zur Mastektomie.

GRÜNDE FÜR EINE MASTEKTOMIE

Fühlen sich Frauen mit ihren Brüsten unwohl beziehungsweise wünschen sie sich eine geschlechtsangleichende Behandlung zum Mann (FzM), stellt die Mastektomie eine geeignete Möglichkeit dar. Mit der OP kann der Brustbereich maskulin konturiert werden. Für die Personen stellt dieser Schritt häufig eine sehr wichtige Etappe auf dem Weg zu ihrem Wunschkörper dar, der ein Plus an Lebensfreude und Selbstsicherheit mit sich bringt.

Weitere mögliche Indikationen für eine Mastektomie sind:

- eine bösartige Erkrankung der Brust, bei der brusterhaltende Eingriffe nicht möglich/gewünscht sind

- gutartige Tumoren im Brustbereich

- ein erblich bedingtes hohes Risiko für Brustkrebs (präventive Mastektomie)

- Korrektur des Brustwachstums beim Mann (Gynäkomastie)

ZIEL DER OP

Die Mastektomie bei geschlechtsangleichenden Eingriffen zielt darauf ab, die Brust vollständig zu entfernen. Im Ergebnis soll ein natürlich aussehendes Ergebnis eines maskulin konturierten Brustbereichs stehen. Weitere Bestrebungen bei der Behandlung sind eine möglichst narbensparende Technik, um unauffällige und kurze Narben zu erzielen, der Erhalt des Empfindens der Brustwarze sowie ein möglichst risikoarmes OP-Vorgehen.

UNTERSUCHUNG UND BERATUNG

Vor der Behandlung findet ein persönliches Beratungsgespräch zwischen Dr. Loos und dem Patienten beziehungsweise der Patientin statt. Bei diesem Termin werden die Motivation für den Eingriff und das gewünschte Ergebnis besprochen. Anhand dieser Angaben legt Dr. Loos das geeignete Vorgehen für die OP fest und klärt umfassend zum Ablauf, zur Vor- und Nachsorge sowie zu den eventuellen Risiken auf.  

Hinweis: Wird eine Beamtenlaufbahn angestrebt, sollte kein Brustimplantat verwendet werden, da dies nach unseren Erfahrungen eine Verbeamtung ausschließt.

Narkose

Die Mastektomie findet unter Vollnarkose statt. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die OP stressfrei für die Patienten und Patientinnen verläuft. Vom Ablauf der Operation bekommen die Patienten und Patientinnen demnach nichts mit und müssen auch keine Sorgen vor eventuellen Schmerzen während des Eingriffs haben.

Aufenthalt

Die Brustentfernung ist für gewöhnlich mit einem kurzen stationären Aufenthalt von zwei bis drei Tagen verbunden. Nach der OP kümmert sich unser Klinikpersonal der KASG um die Patienten und Patientinnen. Der stationäre Aufenthalt dient dazu, dass sich die Patienten und Patientinnen von der Operation erholen können. Zudem wird sichergestellt, dass keine Komplikationen nach dem Eingriff auftreten. Sollte es zu unerwarteten Nebenwirkungen kommen, kann unser Klinikpersonal entsprechende Maßnahmen einleiten und weiteren Folgen entgegenwirken. Zudem findet unmittelbar nach der OP eine erste Kontrolle durch Dr. Loos statt.

Ablauf der Mastektomie

In der Regel werden die Patienten und Patientinnen einen Tag vor der OP in der Klinik aufgenommen. Es finden erneut Gespräche zum Ablauf des Eingriffs und zur Narkose statt. Zur OP erscheinen die Patienten und Patientinnen nüchtern. Die individuell festgelegte Schnittführung wird auf der Haut angezeichnet. Nach dem Einsetzen der Narkosewirkung entfernt Dr. Loos die Brustdrüse vollständig. Die Schnittführung kann je nach Größe der Brust und anderen Faktoren variieren.

Eine mögliche Schnittführung ist die periareoläre Mastektomie. Hierbei wird der Schnitt am Rand des Brustwarzenhofs gesetzt. Die späteren Narben sind bei dieser Methode meist kaum oder gar nicht sichtbar. Ist es hingegen notwendig, sehr viel Gewebe zu entfernen, weil die Brüste recht groß sind, ist für gewöhnlich ein längerer Schnitt zum Achselbereich hin ratsam. Diese Technik geht oftmals mit einer größeren Narbe einher. Mit der entsprechenden Nachsorge und Narbenpflege kann jedoch auch diese längere Narbe sehr gut verheilen und kaum sichtbar sein.

Nach dem Entfernen der Brustdrüse wird der Bereich meist entsprechend gestrafft, indem überschüssige Haut reduziert wird. Zudem kann sich eine angleichende Fettabsaugung anbieten, um Fettpolster in dem Bereich zu entfernen und harmonische Übergänge zu erzielen. Insgesamt dauert eine Mastektomie durchschnittlich zweieinhalb bis drei Stunden.

Nach der Behandlung

Für eine komplikationslose Heilung ist es wichtig, dass Wundwasser und andere Flüssigkeiten aus dem Behandlungsbereich optimal abfließen können. Dafür werden in der Regel kleine Drainagen gesetzt, die nach ein bis zwei Tagen wieder entfernt werden können. Unmittelbar nach der OP wird der Brustbereich durch einen weichen Verband geschützt. Nach wenigen Tagen wird dieser durch ein spezielles Kompressionsmieder ausgetauscht. Es ist für mindestens vier bis sechs Wochen Tag und Nacht zu tragen. Ziel der Kompressionsmaßnahme ist es, postoperative Komplikationen zu reduzieren, den Heilungsverlauf zu unterstützen und eine natürliche Formgebung zu fördern.

Bei der Entlassung aus der Klinik (nach etwa zwei bis drei Tagen) sollten die Patienten und Patientinnen eine Begleitperson haben, die sie nach Hause bringt und bestenfalls auch bei täglichen Handgriffen (z. B. Anziehen) behilflich sein kann. Vorerst können die Patienten und Patientinnen noch etwas in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt sein. Zudem sollten sie sich nicht überanstrengen. Die körperliche Schonung sollte mindestens zwei Wochen betragen, wobei auf starke Anstrengungen und Sport mindestens vier bis sechs Wochen zu verzichten ist.

Trotz der wichtigen Schonung sollten sich die Patienten und Patientinnen nach einer Mastektomie auch wieder frühzeitig mobilisieren. Insbesondere leichte Spaziergänge eignen sich hierfür: Sie kurbeln den Kreislauf und den Heilungsprozess an. Gleichzeitig verringert sich durch die Bewegung das Thromboserisiko.

Überdies sollten die Behandlungsareale zwei bis drei Monate vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden, um ein Nachdunkeln der Narbe zu verhindern. Mit der Narbenpflege können die Patienten und Patientinnen beginnen, sobald die OP-Wunden größtenteils abgeheilt sind. Hierzu informiert Dr. Loos sie persönlich bei den individuellen Nachsorgeterminen in der Klinik.

Tipps für die Zeit zu Hause

- Schonen Sie Ihren Körper nach der OP, indem Sie starke Anstrengungen vermeiden

- Fragen Sie eine bekannte Person nach Hilfe im Alltag/Haushalt

- Regelmäßige kurze Spaziergänge/Bewegung fördern die Heilung

- Heben Sie nichts Schweres

- Heben Sie die Arme nicht über Schulterniveau

- Lagern Sie den Oberkörper beim Liegen erhöht

- Achten Sie auf eine gesunde Ernährung

- Trinken Sie viel (vor allem Wasser und ungesüßte Tees)

- Nehmen Sie keinen Alkohol und kein Nikotin zu sich

- Nehmen Sie die verordneten Schmerzmittel ein und halten Sie sich an die Nachsorgemaßnahmen

- Tragen Sie das Kompressionsmieder wie verordnet

- Vermeiden Sie Stress und frühzeitige Überlastungen

Risiken und Nebenwirkungen

Jeder chirurgische Eingriff ist mit gewissen Risiken verbunden. Über die genauen Risiken einer Mastektomie klärt Dr. Loos im persönlichen Beratungsgespräch auf.

Vorübergehend ist der Brustbereich nach einer Mastektomie häufig geschwollen und gerötet. Es können auch leichte Hämatome (blaue Flecken) auftreten. Meist klingen diese Beschwerden innerhalb weniger Wochen vollständig und rückstandslos wieder ab. Sollten nach der OP Schmerzen auftreten, können diese bei Bedarf mit geeigneten Medikamenten gelindert werden. Hierzu informiert und berät Dr. Loos gern.

Einige Patienten und Patientinnen berichten zudem von Taubheitsgefühlen im Brustbereich beziehungsweise an den Brustwarzen. Das Gefühl im Brustbereich kommt erfahrungsgemäß nach zwei bis sechs Monaten zurück. An den Brustwarzen kann die Empfindung hingegen länger gestört sein.

Es ist nicht ungewöhnlich, dass das vollständige Gefühlsvermögen der Brustwarzen erst nach ein bis zwei Jahren zurückkehrt. Eine bleibende Schädigung ist hingegen sehr selten. Auch andere schwere Komplikationen wie Nachblutungen, Wundheilungsstörungen oder Infektionen sind in unserer KASG auf ein Minimum reduziert.

OP-Dauer
2,5–3 Stunden

Narkoseart
Vollnarkose

Klinikaufenthalt
ca. 2–3 Tage

Schonzeit
ca. 2–4 Wochen          

Narben
abhängig von der Schnittführung

Schmerzen
eventuelle Schmerzen werden durch individuelle Schmerzmedikation gelindert

Sport
4-6 Wochen kein Sport

Besonderheiten
Schonung, aber keine Schonhaltung – eine frühe Mobilisation ist wichtig; Baden nach etwa 2 Wochen; Kompressionsmieder für 4 bis 6 Wochen; regelmäßige Kontrolltermine in der KASG; Narbenpflege

Bewertungen

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