Mythen und Fakten zur Brust-OP

Als eine der am häufigsten vorgenommenen und bekanntesten „Schönheitsoperationen“ ist die Brustvergrößerung auch von zahlreichen Mythen umgeben. Einige dieser weitverbreiteten Annahmen haben wir etwas genauer für Sie unter die Lupe genommen und einem Fakten-Check unterzogen.

1. Brustimplantate lassen sich erfühlen

Teilweise haben Frauen vor einer Brustvergrößerung Bedenken, dass die Implantate später von ihnen selbst oder vom Partner ertastet werden können. Das ist jedoch relativ unwahrscheinlich. Zwar ist es theoretisch möglich, dass vor allem sehr große Implantate spürbar sein können, jedoch wird in der Regel ein geringerer, harmonisch aussehender Volumenzuwachs bei der Brust-OP gewählt. Zudem zeichnen sich die qualitativ hochwertigen Brustimplantate der neuesten Generation durch eine weiche Oberfläche und eine Gelfüllung aus. Beide Faktoren sorgen dafür, dass sich die Implantate bestmöglich integrieren und sie weder die Optik noch die natürliche Haptik negativ beeinflussen.

2. Brustimplantate platzen und laufen aus

In der Vergangenheit gab es Berichte von Brustimplantaten, bei denen es nach der OP zu Schäden an der Implantathülle und zum Auslaufen von Substanz gekommen war. Die Brustimplantate, die heutzutage verwendet werden, sind optimierte Weiterentwicklungen dieser älteren Generationen. Sie weisen ein hohes Maß an Sicherheit auf. Risse in der Implantathülle treten nur noch in sehr seltenen Einzelfällen auf.

Des Weiteren sind die Brustimplantate der neuesten Generation mit einem kohäsiven Silikongel gefüllt. Dieses fühlt sich nicht nur sehr weich und damit natürlich an, es besitzt auch die Eigenschaft, nicht auszutreten. Das bedeutet, dass das Gel so stark vernetzt ist, dass es selbst bei einer Schädigung der Implantathülle nicht in das umliegende Gewebe gelangen kann. Vergleichbar ist die Substanz mit einem Gummibärchen: weich, aber schnittfest.

3. Nach zehn Jahren muss ein Brustimplantat gewechselt werden

Prinzipiell ist es möglich, dass die modernen Brustimplantate ein Leben lang im Körper bleiben können. Der Austausch oder das Entfernen eines Brustimplantats ist nicht an eine bestimmte Zeitspanne gebunden. Stattdessen wird die Entnahme nur dann notwendig, wenn Komplikationen beziehungsweise Schäden auftreten oder die Patientin sich eine natürliche Brust ohne Implantate zurückwünscht. Durch regelmäßige Kontrolluntersuchungen können eventuelle Beschwerden oder Risiken frühzeitig erkannt und entsprechende Gegenmaßnahmen eingeleitet werden.

4. Brustimplantate erschweren die Brustkrebsvorsorge (Mammographie)

Mammographie-Untersuchungen sind trotz des Vorhandenseins von Brustimplantaten möglich. Die Auswertung der Untersuchungsergebnisse kann jedoch durch die Implantate erschwert werden. In diesem Fall stellen MRT- oder Ultraschallverfahren eine sehr gute Alternative dar, um das Gewebe der Brust zu untersuchen. Die Patientinnen sollten den Radiologen in jedem Fall über die Brustimplantate informieren, da es heutzutage Verfahren gibt, die Brustimplantate berücksichtigen und dadurch einen genaueren Check-up ermöglichen.

5. Brustimplantate führen zu Problemen beim Stillen

Die Patientinnen, die sich für eine Brustvergrößerung entscheiden, sind im Durschnitt zwischen 20 und 35 Jahre alt. Für viele stellt sich hinsichtlich der Familienplanung die Frage, ob es möglich ist, trotz Brustimplantate zu stillen. Die Silikonimplantate beeinflussen die Stillfähigkeit in der Regel nicht. Zu Einschränkungen beim Stillen kann es kommen, wenn die Milchkanäle beziehungsweise die Brustdrüse verletzt werden. Wird das Brustimplantat über einen Schnitt am Brustwarzenhof eingesetzt, besteht ein höheres Risiko, dass es zu derartigen Verletzungen kommen kann. Befindet sich der operative Zugang in der Unterbrustfalte, müssen sich die Frauen für gewöhnlich nicht sorgen, dass sie nach der Operation nicht mehr stillen können.

Über die jeweiligen Risiken und OP-Techniken klärt der Facharzt für Plastische und Ästhetische Chirurgie im persönlichen Gespräch auf. Hierbei geht er gern auch genauer auf das Thema „Brustimplantate und Stillen“ ein.

6. Durch ein Implantat verliert die Brust ihre Empfindlichkeit/Sensibilität

Einschränkungen der Empfindlichkeit sind ein mögliches Komplikationsrisiko bei einer Brustvergrößerung. In der Regel treten sie nur vorübergehend auf, sodass die Sensibilität an der Brust nach einigen Monaten wieder normal ist. In seltenen Fällen bleibt die Empfindlichkeit der Brust beziehungsweise der Brustwarze gestört. Der Zugang in der Unterbrustfalte hat dabei ein geringeres Risiko für Empfindungseinschränkungen als der operative Zugang im Bereich der Brustwarze.

7. Mithilfe von Kochsalzlösung-Injektionen können Brüste temporär vergrößert werden

Ein Trend aus den USA versprach eine kurzweilige Brustvergrößerung ganz ohne Operation. Mithilfe von Kochsalzlösung-Injektionen soll das Brustvolumen temporär erhöht werden. Nach etwa ein bis zwei Tagen soll der Körper die Substanz wieder abgebaut haben, sodass die Brust ihre ursprüngliche Größe wiedererlangt. Erfahrene und seriöse Experten für Brustchirurgie raten jedoch dringend von diesem Verfahren ab. Prinzipiell ist es tatsächlich möglich, eine Vergrößerung der Brust mithilfe der Injektionen hervorzurufen – jedoch ist das Anschwellen der Brust vorab nicht bestimmbar geschweige kontrollierbar. Durch die Kochsalzlösung besteht nicht nur das Risiko für ein unästhetisches und ungleichmäßiges Ergebnis, sondern auch gesundheitliche Beschwerden können die Folge sein. Sowohl Druck- und Spannungsgefühle als auch Schmerzen sind möglich. Zudem kann das kurzzeitige Anschwellen der Brust die Haut und das Stützgewebe dehnen, sodass das Gewebe erschlaffen kann und ein sogenannter Hängebusen begünstigt wird.